Landkreis Starnberg
Bienenzuchtverein
Starnberg e.V.
Schwarzdorn

Aus den Protokollen des
Bienenzuchtvereins Starnberg

Der Bienenzuchtverein Starnberg wurde 1896 auf Initiative des Königlichen Telegraphen-Inspektor Beringer gegründet. Erster Vorstand wurde Herr Pfarrer und Kgl. Distriktschulinspektor Josef Kettemann aus Starnberg.

vereinswappen

Das Hauptanliegen des Vereins war die Förderung der Bienenzucht durch Verbesserung der Betriebsweise, Bekämpfung von Bienenkrankheiten und Schaffung besserer Bienenweiden durch Anpflanzung von Beerensträucher, Obstbäumen und Bienenfutterpflanzen.

Der Mitgliederstand stieg bis zum Jahr 1900 auf 100 Mitglieder, von denen 65 aktiv die Imkerei betrieben. 453 Völkern wurden versorgt, 278 in Kästen und 175 in Körben.

Ein Pfund Honig kostete damals 1,20 Mark, dem Butterschmalzpreis angeglichen. In den ersten Jahren gab es große Bestrebungen die Korbvölker auf die beweglichen Holzkästen umzurüsten. Korbvölker brachten im Durchschnitt 10 - 15 Pfund Honig, in Kästen mit beweglichen Wabenbau wurde die Menge verdoppelt.

1934 wurden alle Bienenzucht- und Gartenbauvereine dem Reichsnährstand unterstellt. In jedem Verein musste ein Vorstandsmitglied der NSDAP angehören. Im Bienenzuchtverein war das nicht möglich, da es keine Parteimitglieder im Verein gab. Die Mitgliederzahl stieg bis 1939 auf 139 Mitglieder mit 1353 Völkern, welche mittlerweile hauptsächlich in Holzbeuten gehalten wurden.
Während der Kriegsjahre ruhte das Vereinsleben. Die Bienen mussten, so gut es eben ging, hauptsächlich von den Imkerfrauen betreut werden. Auf Anordnung von höherer Stelle mussten pro Volk 3 kg Honig abgeliefert werden, um Anspruch auf 6 kg vergällten, verschmutzten Futterzucker zu haben. Dazu wurde die Völkerzahl amtlicherseits immer wieder überprüft.

Das Vereinsleben blühte nach Ende des zweiten Weltkriegs schnell wieder auf. Die Feier des 50-jährigen Bestehens fand 1946 unter dem Protektorat seiner königlichen Hoheit Kronprinz Ruprecht von Bayern statt.

In den folgenden Jahren stieg der Honigpreis auf 3,50-5,00 DM.

Die Jahre der Hochkonjunktur 1949-1954 brachten der Bienenzucht einen Rückgang. Nur mit viel Mühe waren Neu- oder Jungimker zu gewinnen.

Durch die großzügige Spende des lmkerkameraden Herrn Nuß, konnte 1979 das Bienenhaus von Herrn Ludwig Mayer in Feldafing als Lehrbienenstand erworben werden. Herr Nuß betreute als "Imkervater" den Lehrbienenstand bis zu seinem Tode.

Große Furcht und Schrecken herrschte, als 1981 bekannt wurde, dass die Varroamilbe sich in ungeahnter Schnelligkeit ausbreitete. Inzwischen ist sie leider allgegenwärtig, und führt immer noch regelmäßig zu Völkerverlusten.

Am 20. Mai 1984 war erstmals Tag der offenen Tür am Lehrbienenstand in Feldafing mit einem Rekordbesuch von ca. 100 Interessenten. Ein voller Erfolg. Regelmäßige Veranstaltungen für die Öffentlichkeit kommen seitdem, bis zum heutigen Datum, mit großem Erfolg zustande.

Bei den Imkertreffs und Schulklassenbesuchen hatte sich gezeigt, dass der Bienenstand in Feldafing für Lehrzwecke nicht geeignet war. Deshalb wurde im Sommer 1993 beschlossen, einen neuen Lehrbienenstand in Starnberg zu bauen. Im Einvernehmen mit der Stadt Starnberg wurde noch im Herbst 1993 in der Kleingartenanlage am Franziskusweg mit dem Bau begonnen. Schon am 25. April 1994 wurde der Umzug in den neuen Bienenstand vollzogen. Am 26. April 1994 fand bereits der erste Sommertreff im neuen Haus statt. Der Bau wurde alleine durch Spenden und Vereinsvermögen finanziert. 

letzte Änderung: 22.12.2008